LANDESDELEGIERTENVERSAMMLUNG IM NORDHESSISCHEN FRIELENDORF

Kritik an Bürokratiebelastungen der Branche // Work-Life Balance im Arbeitsleben // Änderung des Verbandsnamens

Am 8. Juni 2015 fand die alljährliche Jahreshauptversammlung der Landesdelegierten des DEHOGA Hessen im nordhessischen Frielendorf im Hotel Hassia statt. Seit 300 Jahren im Familienbesitz bot das ländliche Kleinod den passenden Rahmen für die Tagung des Verbandes, der in diesem Jahr vor allem mit seiner Kampagne „Gasthaus trifft Rathaus“ für die Sorgen und Nöte der ländlichen Gastronomie sensibilisiert.

Neben intensiven Besprechungen zur strategischen Ausrichtung des Verbandes in den kommenden Jahren wurde insbesondere über die zunehmenden bürokratischen Belastungen der Branche debattiert. Ob Dokumentationspflichten, Allergenkennzeichnung, Arbeitsstättenverordnung – über 41 jährlich, monatlich und täglich zu beachtende Bürokratieaufwände belasten den Alltag selbst der kleinsten Gaststätte im entferntesten Ort. Vor dem Hintergrund der übrigen großen Herausforderungen der Branche wie insbesondere dem Fachkräftemangel und der Nachfolgeproblematik fühlen sich die Delegierten stellvertretend für die gesamte Hotellerie und Gastronomie im Würgegriff der verantwortlichen Politik.

„Wir wollen Wertschätzung und Anerkennung, nicht ständig noch eins oben drauf. Wer etwas für den Erhalt guter Gastronomie tun will, lässt uns arbeiten!“ war unter Beifall zu hören. Der DEHOGA Hessen ist nach wie vor mit allen Parteien im direkten Dialog und engagiert sich für praxistaugliche Lösungen.

Daneben beschäftigten sich die Verbandsvertreter mit den Anforderungen des modernen Arbeits-Lebens. Die Branche müsse sich vermehrt mit Themen wie der Organisation einer zeitgemäßen „Work-Life-Balance“ auseinandersetzen und sich fit für die jungen Generationen und attraktiv für den Nachwuchs machen. Als Ergebnisse einer sogenannten Zukunftskommission wurde eine Generalreform des Beitragswesens, ein weiterer Ausbau der Dienstleistungen für die Mitglieder besprochen und schließlich die Änderung des Verbandsnamens von bisher „Hotel- und Gaststättenverband“ in „Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Hessen“ beschlossen. „Gastronomie sind wir, sind die Gaststätten, die Restaurants, die Bars und Szenelokale – alle gehören dazu. Daher ist es an der Zeit, dass auch kenntlich zu machen!“, begründete Präsident Gerald Kink den entsprechenden Antrag des Landesvorstandes, der bei lediglich einer Enthaltung einstimmig angenommen wurde.

Am Ende gab es viel Beifall für eine Kleinigkeit mit großer Wirkung: die Mitglieder erhalten Tischaufsteller für die Sommersaison um mit Witz und Charme auf den bürokratischen Irrsinn in der zulasten der Branche aufmerksam zu machen.

 

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